Lehrplan Shiatsu-Akademie
Grundlagen 1 – Anatomische Basis„Der eigentliche Zweck des Lernens ist nicht das Wissen, sondern das Handeln.“ (Herbert Spencer)Da Shiatsu-Practitioner unmittelbar am Körper der KlientInnen arbeiten sind grundlegende Kenntnisse der menschlichen Anatomie und der Funktionsweise des menschlichen Körpers notwendige Voraussetzung. Hygiene und Erste-Hilfe ergänzen dieses Ausbildungsprogramm und sind Teil der Voraussetzungen für den Erhalt des Gewerbescheins. Alle Lehrkräfte im medizinischen Bereich sind von der Sanitätsdirektion des Landes Wien (MA 15) und der Sanitätsdirektion des Landes NÖ (GS 1) im Rahmen der Ausbildungen zum Medizinischen Masseur, Heilmasseur und der Spezialqualifikationen als Lehrkräfte und Prüfer der staatlich kommissionellen Ausbildungen bewilligt und garantieren so eine bestmögliche Ausbildung. Energetische Anatomie (anatomischer Verlauf der Meridiane und anatomische Lokalisierung der Tsubos) ist integrierter Bestandteil der entsprechenden Shiatsu-Ausbildungskurse. Grundlagen 2 – Chinesische Medizin„Die Menschen erbitten sich ihre Gesundheit von den Göttern, dass sie aber selbst Einfluss haben, wissen sie nicht .“ (Demokrit, 460 v. Chr.)Shiatsu findet seinen Ursprung in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und entwickelte über Japan kommend, seine heute in Europa praktizierte Form. Die der TCM und der traditionellen fernöstlichen Philosophie zugrundeliegende Denkweise ermöglicht das Erkennen tiefer Zusammenhänge im menschlichen Körper und die Einbindung der Symptome in den Lebenskontext. Unterrichtet werden die für Shiatsu relevanten Grundlagen der TCM, ihre Einbindung in die Erfassung des energetischen Zustandsbildes und deren Anwendung. Das Konzept der 5 Wandlungsphasen bietet dabei ein hochkomplexes und praxisbezogenes System für "Erkenntnis" und „Be-Handlung“. Qi als Ausdruck des „Lebendigen“ wird in diesem System „ver-stehbar“ und „be-greifbar“ Basisausbildung 1 – Shiatsu-Praxis„Im Shodoka steht geschrieben, dass man weder die Blätter noch die Zweige suchen darf; man muss zu den Wurzeln zurückkehren.“ (Roshi T. Deshimaru)Spezielle Arbeitstechniken (Einsatz von Händen, Fingern, Ellbogen, Knien, Füßen, etc.) ermöglichen den Aufbau eines tiefen und wohltuenden Druckes am Körper. Typische Verspannungsmuster (Blockaden) auf verschiedenen Ebenen können so wahrgenommen und aufgelöst werden. Druck, sanfte Dehnungen und Rotationen erfolgen immer mittels der Schwerkraft - ohne Einsatz von Kraft!!! Die Lehre der Meridiane (Haupt/Sondermeridiane) und ihrer energetischen Zentren sind für die/den Shiatsu-Practitioner die Grundlage für das Erkennen der Zusammenhänge und Bewegungsabläufe im Körper. Ziel ist die Förderung, die Entwicklung und die Freisetzung unnötig aufgestauter Energien. Fortgeschrittene Erkenntnis und Anwendungen werden aus diesen Bereichen abgeleitet. Basisausbildung 2 – Qi-Körper„Dein eigener Geist ist jenseits aller Form, ist frei und still und sich selbst genügend.“ (D.T.Suzuki)Physischer Körper (feststofflicher Körper) und Qi-Körper (feinstofflicher Körper) des Menschen müssen ausgewogen interagieren, denn sie bestimmen unsere besondere Form des In-der-Welt-Seins, unsere Kräfteverteilungen und somit alle unsere Handlungen. Wirkung und Ausdruck unserer Qi-Zentren (Energie- und Bewusstseinszentren) setzen sich auch noch außerhalb unseres Körpers fort und bestimmen so unseren Handlungsraum. Diese Kraftfelder sind unsichtbar, aber spürbar und müssen beim Erkennen des energtischen Zustandsbildes und bei der praktischen Anwendung berücksichtigt werden. Lage, Wirkung, Zuordnungen der Chakren/Aura und ihre Bedeutung für Gesundheit und Entwicklung werden bewusst wahrgenommen und durch spezielle Übungen unterstützt. Körperübungen - Bewusstsein„Eine von Herzen kommende, furchtlose Kommunikation mit anderen aufzubauen, gehört zu den wichtigsten Dingen im Leben." (Sogyal Rinpoche)Um Shiatsu praktizieren zu können bedarf es einer besonderen Schulung der Wahrnehmung und Sensibilität. Die äußere Haltung entspricht dabei immer der inneren Haltung und ist somit Ausdruck unserer Persönlichkeit. Atmung und Haltung bedingen sich wechselseitig und bilden den Rahmen (Möglichkeiten und Grenzen) für unser ganzheitliches Sein. Die systematische Schulung der richtigen Atmung und Haltung führt zu körperlichem, emotionalem und geistigem Gleichgewicht und ermöglicht auf diese Weise ein großes Wahrnehmungsfeld - als Voraussetzung für unsere Arbeit. Ein sehr vielfältiges Angebot an Übungen (Qi-Gong, Yoga-, Kinesiologie-, Do-In, Bewusstseins-, Sensibilitäts-, Wahrnehmungübungen und Meditationen) begleitet die StudentInnen in ihrer Entwicklung und ermöglicht so die bestmögliche Voraussetzung für die Ausübung des Berufs. Individualität erkennen – Befundung„Manche richten sich das Leben ein wie einen Parcours: alle paar Meter ein künstliches Hindernis.“ (Robert Lembke)Befundung bedeutet im Zusammenhang mit Shiatsu immer ein möglichst breites Erfassen des Gesamtzustandes einer Person. Dies betrifft neben Befindlichkeitsstörungen und beobachtbaren Symptomen immer auch einen ganzheitlichen, in den Lebenskontext eingebundenen, energetischen Körperausdruck. Um zu erkennen lernen die StudentInnen verschiedene Beobachtungszugänge wie Hara-, Rücken-, Meridian- und Zungendiagnose, aber auch Grundlagen der unmittelbaren Körpersprache und ihre Bedeutung. Ergänzt werden diese Schulungen durch die jeweils dazu notwendige Gesprächsführung mit den KlientInnen und durch die Erstellung der passenden Arbeitspläne. Sowohl die individuellen Besonderheiten einzelner Personen, als auch die grundlegenden Besonderheiten von Männern, Frauen oder Kindern allgemein sollen dabei vom Shiatsu-Practitioner erkannt und berücksichtigt werden. Selbständiges Arbeiten - Praktikum„Wir entdecken in uns selbst, was die anderen uns verbergen, und wir erkennen in anderen, was wir vor uns selbst verbergen.“ (Marquis de Vauvernargues)Während der gesamten Ausbildung wird besonders großer Wert auf viel praktisches Arbeiten, Übungen und auf die tatsächliche Anwendbarkeit des Gelernten gelegt. Dazu ist es notwendig auch außerhalb der Kursblöcke das jeweils Gelernte anzuwenden (Freunde, Familie, Bekannte, Arbeitskollegen, ...) und zu protokollieren. Selbständiges Arbeiten, Dokumentation und anschließende Supervision ermöglicht Selbstkontrolle und die für später notwendigen Handlungsroutinen. Diese Fertigkeiten werden bereits während der Ausbildung erworben und ermöglichen so einen möglichst reibungslosen Einstieg ins Berufsleben. Zusatzmaßnahmen - Unterstützung“Lass Nahrung deine Medizin und Medizin deine Nahrung sein.“ (Hippokrates, 400 v. Chr.)Abgerundet wird das Ausbildungsprogramm durch eine energetische Ernährungslehre nach den Prinzipien der TCM. Lebensmittel und ihre jeweilige Zubereitung können unterstützend eingesetzt und dem aktuellen Bedürfnis angepasst werden. Nebenwirkungsfreie Anwendungen aus der Naturheilkunde, wie Wickel, Aufgüsse, Einreibungen, Tees, etc. und grundlegende Kenntnisse von Schröpfen und Moxibustion sollen die Arbeit und den Entwicklungsprozess der StudentInnen unterstützen und erleichtern. Vertiefung – Diplomarbeit„Wir wollen den Menschen beibringen, dass Meditation nicht dazu dient, ihren Kopf zu entleeren, sondern beim Erlernen der Fähigkeit hilft, die Dinge zu sehen, wie sie sind, und mit ihnen zu leben, so wie sie sind.“ (J. Kabat-Zinn)
Die theoretische und praktische Ausbildung findet in der schriftlichen Diplomarbeit ihren Höhepunkt und Abschluss. Ein bereits im 2. Ausbildungsjahr individuell gewähltes Thema wird theoretisch und praktisch vertieft, ausgearbeitet und dokumentiert. Die anschließende Präsentation ermöglicht den StudentInnen ein selbstsicheres und kompetentes Auftreten in ihrem individuellen Ausbildungsschwerpunkt. Abschluss - Diplomprüfung„Ein guter Lehrer hat nur eine Sorge: zu lehren, wie man ohne ihn auskomme.“ (André Gide)
Die Diplomprüfung besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen/praktischen Teil und umfasst den gesamten Shiatsu-Ausbildungsinhalt. Anatomie, Physiologie, Hygiene und Erste-Hilfe werden bereits als Teilprüfungen zu einem früheren Zeitpunkt abgenommen. Die Prüfungen werden in der Schule abgelegt und entsprechen den Richtlinien des Österr. Dachverbandes für Shiatsu. Das Diplom der Shiatsu-Akademie berechtigt zur selbständigen Ausübung des Berufes und zum Erwerb des dazu notwendigen Gewerbescheins. >>zum Team>> >>zur Akademie>> >>zum Lehrplan>> >>zu den Infoabenden>> >>zur Bildergalerie>> >>zur Übersicht>> Zeitlicher Ausbildungsverlauf der dreijährigen Ausbildung
Stufe 1 - Vertikalisierung/ Wahrnehmung 1. Ausbildungsjahr
• Einführung in die Grundlagen traditionell ostasiatischen Denkens • Prinzip von Yin und Yang • Qi und Energiefluss • Grundkonzept der 5 Wandlungsphasen • Grundprinzipien der 12 Hauptmeridiane/ 1.Teil: Wandlungsphase Wasser und Feuer • Grundformen der Atmung und Haltung (Hara-Bewusstsein, Prinzip des Dreiecks) • 2-Hände-Technik (Druckaufbau und Verbindung) • Arbeitstechniken/ 1.Teil: einfache Greiftechniken, Daumen- und Fingertechnik • Dehnungen und Rotationen • „Diagnose“/ 1.Teil (energetische Verteilung im Körper, Ausdruck der Haltung, Erkennen von Disharmonien) • Erstellen eines einfachen Arbeitsplanes • Tsubos/ 1.Teil • Einführung in Körperkommunikation und Körperausdruck • Selbsterfahrung und Selbstreflexion (Bewusstseinsbildung, Eigenwahrnehmung und bewusster Umgang mit dem eigenen Energiehaushalt) • Fühlen und Spüren (Übungen zur Förderung der Sensibilität und Spiritualität) • Raumwahrnehmung • Grundlagen der Entspannung • Grundlagen der Ernährungslehre nach TCM
Stufe 2 - Gleich-Gültigkeit/ Der weite Raum 2. Ausbildungsjahr
• Grundprinzipien der 12 Hauptmeridiane/ 2.Teil: Wandlungsphase Holz, Metall und Erde • Erweiterte Arbeitstechniken/ 2.Teil (Ellbogen, Knie) • Wahrnehmung und Arbeit mit Kyo und Jitsu • Technik des Sedierens und Tonisierens • Psychologie der Meridiane • „Diagnose“/ 2.Teil (Sprache der Organe) • Tsubos/ 2.Teil • Grundkonzepte der TCM und ihre Anwendungsmöglichkeiten für Shiatsu • Techniken zur Stärkung des Muskeltonus • Kontrolle von Hara- und Rückenzonen • Chakren und Qi-Körper • Kontraindikationen für Shiatsu • Selbsterfahrung/ 2.Teil (fortgeschrittene Selbstreflexion) • Techniken zur Ausleitung, Entgiftung und Selbstregulation • Erdung und Einspeicherung • Reinigung, Abgrenzung • Hilfe zur Selbsthilfe (unterstützende Möglichkeiten aus der Naturheilkunde, Eigenbehandlungen) • Moxa (Anwendung, Indikationen, Kontraindikationen) • Trocken Schröpfen (Anwendung, Indikationen, Kontraindikationen) • Gesprächsführung • Anatomie und Physiologie
Stufe 3 - Einheit/ Verbindung 3. Ausbildungsjahr
• Grundprinzipien der 8 Sondermeridiane • Perfektion der Arbeitstechniken/ 3.Teil • Erweiterte Ausgleichstechniken (Funktionsstörungen im Bewegungsapparat, Hüftbereich und Schultergürtel) • Differenzierte „Diagnose“/ 3.Teil (Sprache der Symptome) – Intensivtraining und Vorbereitung auf die Diplomprüfung • Tsubos/ 3.Teil (spezielle Punktekombinationen aus der Praxis) • Zungendiagnose • Fachbereiche zum Thema: Frausein – Mannsein – Kindsein, Verdauungs- und Atemsystem, Formen der Unruhe und Erschöpfung, Kopfschmerz • Erweiterter Zugang zum energetischen Haushalt des Menschen • Holistisches Verständnis des Körpers • Selbsterfahrung/ 3.Teil • Hygiene • Erste Hilfe
Alle 3 Ausbildungsstufen werden jeweils abgerundet mit
• Do-In Übungen • Qi-Gong Übungen • Yoga Übungen • Kinesiologie Übungen • Bewusstseinsübungen • Sensibilitätsübungen • Wahrnehmungsübungen • Reinigungsübungen • Meditationen • viel praktischer Arbeit • regelmäßiger Supervision
Zusätzliche Erfordernisse:
• außerschulisches praktisches Arbeiten an KlientInnen, nachgewiesen durch Protokollführung (1.Stufe: 50, 2.Stufe: 80, 3.Stufe: 100 Behandlungsprotokolle) • Praktikum 1 in der 2. Ausbildungsstufe • Praktikum 2 in der 3. Ausbildungsstufe • Führung eines Gesundheitstagebuches zur Selbstreflexion • Selbsterfahrung durch diplom. Shiatsu-PraktikerInnen und Shiatsu-SchülerInnen (schulextern, im Preis nicht inbegriffen) • Diplomarbeit>>zum Team>> >>zur Akademie>> >>zum Lehrplan>> >>zu den Infoabenden>> >>zur Bildergalerie>> >>zur Übersicht>>
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