Tuina Anmo

Tuina ist die Bezeichnung der Massage als Teilgebiet der traditionellen chinesischen Medizin.  Die Begriffe Tui- („schieben“) und Na („greifen“) kennzeichnen zwei aus einer Vielzahl von Grundgriffen. Bei uns im Westen ist die TCM vor allem durch die Akupunktur bekannt geworden, wobei in China selbst die Tuina-Massage, die Akupunktur, die Kräuterlehre und die Ernährung als gleichwertige Säulen der Medizin und der Prävention gesehen werden.
In der Manus Massageschule wird Tuina – unter Berücksichtigung der traditionellen Lehre – in einer modernen und unserer westlichen Kultur angepassten Art und Weise unterrichtet. Wissenschaftliche Erkenntnisse zu Meridianen und Akupunkturpunkten fließen ebenso ein wie aktuelle Anwendungen des Soft-Lasers, myofaszialer Behandlungen und reflektorischer Techniken.
Unter dem Motto „East meets West“ verbinden wir die beiden Welten zu einer übergreifenden Behandlungs- und Therapieform.

East meets West

Tuina- Anmo unter Einbeziehung der myofaszialen Funktionsketten

Tuina-Ausbildungen an der Manus Massageschule verbinden traditionell chinesisches Wissen mit modernen westlichen Erkenntnissen und eröffnen vielfältige Möglichkeiten in der manuellen Arbeit.
Viele Jahre in der praktischen Arbeit mit Tuina und der TCM haben uns gezeigt, wie wichtig und notwendig es für uns ist, neben dem traditionell chinesischen auch unseren westlichen Behandlungsansatz mit einzubeziehen. Ziel ist es, die Wurzeln unserer Kultur und unsere westlich-analytische Sichtweise mit den östlichen Konzepten zu einem großen Ganzen zu verbinden.
Die Forschungen und Studien der letzten Jahre über das Bindegewebe des menschlichen Körpers, über Faszien und myofasziale Funktionsketten im Besonderen, zeigen uns zahlreiche erstaunliche Übereinstimmungen auf. Die biochemischen Funktionen der bindegewebigen Matrix werden in der TCM als „Energiefluss“ bezeichnet, myofasziale Funktionsketten decken sich mit dem Verlauf der Meridiane, Triggerpunkte finden sich mit verblüffender Häufigkeit an Akupunkturpunkten und deren markante Ausstrahlungsgebiete decken sich mit den tendino-muskulären Meridianen.

Unter diesen Gesichtspunkten verbindet im Speziellen die Ausbildung zum Tuina-Anmo-Practitioner  das traditionell chinesische Wissen mit neuen westlichen Erkenntnissen.

5 Wandlungsphasen in der traditionellen chinesischen Medizin


„Es gibt nichts Beständiges im Universum.
Alles ist Ebbe und Flut, jede Gestalt,
die geboren wird, trägt in ihrem Schoß
den Keim des Wandels.“


Alles im Leben ist in Bewegung, die einzige Konstante ist die Veränderung.
Den 5 Wandlungsphasen werden seit mehr als 2000 Jahren alle Ereignisse der Natur und den Menschen betreffend zugeordnet. Mit diesem System lassen sich bis heute viele Einflüsse erklären und Störmuster behandeln.
Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser sind die Bausteine dieses Denkmodells und dienen mit ihren Entsprechungen dazu, ihre Wirkungen auf den Menschen zu erklären.
Jedes Element spiegelt eine Jahreszeit wider, wobei hier dem Erdelement eine besondere Rolle zukommt. Holz entspricht dem Frühling, Feuer dem Sommer, Metall der Jahreszeit Herbst und die Wandlungsphase Wasser dem Winter. Die Erde ist die Phase, die keine eigene Jahreszeit hat, sie wird dem Spätsommer, der Erntezeit gleichgesetzt. Das Erdelement wird häufig auch als unsere „Mitte“ bezeichnet, da es eng mit der Bereitstellung von Energie aus unserer Nahrung verbunden ist.
Hier hat sozusagen alles seinen Ursprung!
Neben den Jahreszeiten finden die Wandlungsphasen ihre Entsprechungen auch in den Emotionen, der energetischen Funktion der Körperorgane sowie vielen weiteren Phänomenen, die sich in der Natur zeigen.
Im Einklang mit der Natur zu leben, sich selbst als Teil der Natur zu erleben, ist sicherlich ein guter Ansatz, Körper, Geist und Seele gesund zu erhalten.
Besonders die Ernährung mit saisonalen und regionalen Produkten, die möglichst oft frisch zubereitet werden, ist neben der Kräuterbehandlung oder Qi Gong, ein wichtiger Baustein zur Vorbeugung von Krankheiten.
Dieser Aspekt spielt in der TCM (traditionelle chinesische Medizin) eine große Rolle, wurde doch der chinesische Arzt früher für die Gesunderhaltung seiner Patienten bezahlt.
Welche Bedeutung hat nun dieses theoretische Wissen über das System der 5 Wandlungsphasen für die Praxis?
Kräuter und Nahrungsmittel werden nach jahrhundertelangen Beobachtungen in ihrer Wirkung auf den Organismus nach Thermik, Geschmack und Einfluss auf die Körperfunktionen eingeteilt.
So wärmt der scharfe Geschmack von Chili oder Ingwer im Essen und bringt das Qi, unsere Lebensenergie, in Bewegung. Dieses Wissen kann mir bei ständigem Kältegefühl in Händen und Füßen oder bei strenger Kälte im Winter helfen. Das Qi wird bewegt, Wärme entsteht und das Gefühl von kalten Händen ist kein Thema mehr!
Je nach persönlichem Befinden und entsprechend der klimatischen Verhältnisse kann man mit der Auswahl passender Nahrungsmittel viel für das eigene Wohlbefinden tun, Krankheiten vorbeugen und die Abwehrkräfte stärken.
Die 5 Wandlungsphasen bieten eine ganzheitliche Möglichkeit, die Gesundheit zu fördern und gehen auf die individuellen Befindlichkeiten sowie Disharmonien im Körper ein.

Die Geschichte der traditionellen chinesischen Medizin

Man könnte auch sagen: „Alles im Leben hat seine Ordnung“.
Die ersten Aufzeichnungen auf Orakelknochen reichen schon ca. 5.000 Jahre zurück.
Zur Zeit des ersten chinesischen Kaisers, ca. 220 v. u. Zt., wurden erstmals alle chinesischen Provinzen zu einem großen Reich zusammengefügt. Eine einheitliche Schrift und Amtssprache sorgten für die Verständigung untereinander.
Es wurde sehr viel Wert auf die Gesunderhaltung des Menschen gelegt, um ein möglichst hohes Alter zu erreichen. Die Erkenntnisse sind im Huang Di Nei Jing, dem Buch des gelben Kaisers aufgeschrieben, das aus dieser Zeit stammt. Bis heute ist dieses Werk für die Behandlung von Krankheiten von Bedeutung.
Aber auch Kaisertum und Militär hatten großen Einfluss auf die chinesische Medizin, mussten doch die vielen Soldaten bei guter Gesundheit gehalten werden. So spricht man auch jetzt noch in der Organlehre und bei der Erstellung von Rezepturen von Kaiser- oder Ministerkraut, Energien werden harmonisiert oder zerstreut.
Neben den philosophischen Schulen von Konfuzius und Laotse hatte auch der Buddhismus einen prägenden Einfluss auf die Entwicklungsgeschichte der TCM. Es wurden viele Texte zur Lebenspflege und zum respektvollen Umgang miteinander verfasst. Aber auch der Einfluss aller Phänomene der Natur in Bezug auf den menschlichen Körper stand im Vordergrund. Das Bedürfnis, alle Erkenntnisse in eine Ordnung zu bringen, war sowohl im asiatischen als auch griechischen Raum groß und hat seinen Ursprung vor mehr als 2000 Jahren.
Diese Basis der chinesischen Medizin wurde mit dem Modell von Yin und Yang und in weiterer Folge auch mit der Lehre von den 5 Wandlungsphasen geschaffen.
Yin heißt in der Übersetzung soviel wie „die Schattenseite eines Berges, der von der Sonne beschienen wird“ und Yang ist somit der Gegenpol, „die Sonnenseite eines Berges“. Aus dieser Definition lassen sich nun viele Entsprechungen aus der Natur und den Menschen betreffend zuordnen. So werden dem Yin die Kälte, der Winter, das Nasse und die Nacht zugeteilt. Yang entspricht der Wärme, dem Sommer, dem Trockenen und dem Tag. Das sind nur einige von vielen Beispielen dieses ordnenden Systems. Das Symbol von Yin und Yang stellt eine Einheit dar, die gemeinsam ein Ganzes ergeben. Die beiden Polaritäten ergänzen sich gegenseitig und können auch nur so erklärt werden. Denn wer wüsste schon, was Nacht eigentlich bedeutet, wenn man nicht weiß, welche Qualitäten der Tag hat? Die Nacht ist der Gegenpol des Phänomens Tag.
Die Theorie von Yin und Yang sowie den 5 Wandlungsphasen Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser, die sich teilweise aus dem Denkmodell von Yin und Yang entwickelt haben, können somit alle körperlichen und geistigen Zustände des Menschen als momentanes Ergebnis auf eine bestimmte Auswirkung beschreiben.
Ziel ist es, das Gleichgewicht von Yin und Yang zu unterstützen und das Qi, unsere Lebensenergie, in einem harmonischen Fluss zu halten. Dies kann über die Ernährung, Tuina Massage, Qi Gong oder auch Akupunktur oder Kräutermedizin positiv beeinflusst werden.
Die Auswahl von für uns neuen Diagnosemethoden wie Zungen- und Pulsdiagnostik sowie eine ausführliche Befragung geben zusätzliche Informationen für TherapeutInnen, um den Menschen mit seinen subjektiven Empfindungen wahr- und ernst zu nehmen.
Das macht die TCM für uns hier im Westen zu einer wertvollen und spannenden Therapieform.
Es ist eine große Chance, dieses uralte Wissen an die Bedürfnisse der Menschen in unserem Kulturkreis anzupassen und die Brücke zwischen der Philosophie der traditionellen chinesischen und der europäischen Medizin zu schlagen.

Stimmen der Tuina AbsolventInnen:


Kristina (Ausbildung zum Tuina-Anmo-Practitioner)

Seit jeher hab ich mich für die Alternativmedizin interessiert, und mich immer wieder darüber schlau gemacht. Dass ich eine Ausbildung mache, hat sich dann total spontan ergeben. Ich brauchte eine Veränderung bzw. eigentlich eine Grundlage. Durch Zufall kam ich auf die Internetseite von Manus, sah das Angebot "Tuina Anmo Practitioner" und konnte mir so überhaupt nichts darunter vorstellen!
Nach dem Info-Abend wusste ich, dass das der Kurs ist, welcher mir die Grundlage sowohl für die Tuina- Massage als auch für die Philosophie der chinesischen Medizin geben kann.
Seit Jänner befinde ich mich nun in dieser Ausbildung und wurde nicht enttäuscht. Ganz im Gegenteil, die Ausbildner gehen auf Fragen ein, erklären ihre Antworten und erläutern diese. Dennoch bleiben sie immer offen für Möglichkeiten, dies ist mir persönlich sehr wichtig! Ihre Unterlagen sind eine große Unterstützung und ein gutes Hilfsmaterial.
Ich freue mich, zu dem bisher Erlernten Neues hinzufügen zu können.

Andreas (Ausbildung zum Tuina-Anmo-Practitioner)

"Ich war nie so richtig überzeugt von dem chinesischen Hokuspokus, wie ich es damals nannte, obwohl ich seit meinem 14. Lebensjahr im Kampfsport bzw. Kampfkunstbereich tätig bin. Mit dem steigen der Lebensringe stieg auch die Anzahl der körperlichen Beschwerden, bis ich mich in die Hände eines Masseurs begab, der mit Meridianen und diversen Praktiken aus dem asiatischen Raum arbeitete. Nach diesem "Erlebnis" konnte ich nachvollziehen, warum so viele Menschen so begeistert sind von diesen alternativen Behandlungsmethoden. Nach längerer Suche habe ich auch für mich etwas passendes gefunden, und ich startete die 3 jährige Tui-na An mo -Ausbildung bei Manus. Ich bin nach wie vor ein bodenständiger Mensch, was diesen Bereich betrifft, und ich benötige auch bei alternativen Methoden doch einen Hauch an westlicher Begründung und Wissenschaft, welche mir bei Manus reichlich entgegengebracht wird. Im Grunde ist diese Ausbildung ein perfekter Mix aus asiatischen Heilmethoden und westlicher Medizin."
Petra (Ausbildungsleitung Tuina-Anmo-Practitioner)

Was unterscheidet Tuina Massage von der klassischen Heilmassage oder anderen Techniken? Zum einen steht bei Tuina- Massage als Teilaspekt der traditionellen chinesischen Medizin der ganzheitliche Ansatz im Vordergrund. Der Mensch wird mit seinen persönlichen Wahrnehmungen auf allen Ebenen von Körper, Geist und Seele respektiert und ernst genommen. Die Massage wird auf die Empfindungen des zu Behandelnden abgestimmt, um auf diese Art und Weise den Körper bestmöglich in seinen Funktionen und Emotionen zu unterstützen. So können die Energien wieder zum Fließen gebracht und Spannungen gelöst werden.
Wenn man diesen Gedanken nun weiter verfolgt, dann bedeutet das, dass meine eigene Wahrnehmung, meine Gedanken und auch meine persönliche innere und äußere Haltung für den Prozess eine Rolle spielen. Kann ich eine andere Person ganzheitlich massieren, wenn ich selbst gestresst bin, unter Umständen schon vorgefertigte Meinungen im Kopf habe?
Ein chinesischer Professor hat das treffend formuliert: mein Qi und das meiner Kundinnen und Kunden tritt in Kontakt und Austausch miteinander. Hier kann es wichtig sein, gut für mich und meinen freien Qi- Fluss zu sorgen. Das können Qi Gong Übungen, ein Waldspaziergang oder ein paar ruhige Atemzüge sein. Alles, womit ich Kraft tanken und das Qi in meinem eigenen Rhythmus bewegen kann.
Wenn ich gelöst, entspannt und offen bin, kann auch die Energie der zu behandelnden Person ins Fließen gebracht und Blockaden aufgelöst werden. Eine Kundin meinte heute: „ich komme wieder runter und bin innerlich viel ausgeglichener.“
Damit ist die Tuina Massage nicht nur eine manuelle Technik, sondern kann auf allen Ebenen Einfluss nehmen.
Für mich persönlich bedeutet diese Auseinandersetzung mit dem Thema, gut auf meine eigene Wahrnehmung zu achten, verstärkt mit Qi Gong oder anderen Körperübungen mein Qi zu aktivieren und zu stärken. Dann sind Austausch und die "Kommunikation" mit dem Qi meines Gegenübers eine große Bereicherung und können so wie der Flügelschlag des Schmetterlings etwas in Bewegung bringen. Veränderung und Wandel sind möglich.