Viszerale Faszien in der TCM
Viszerale Faszien im Kontext mit der chinesischen Medizin

Faszien und TCM – eine spannende Verbindung zweier Philosophien, die auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht sein könnten, aber doch gemeinsame Prinzipien widerspiegeln. In beiden Systemen zeigt sich die naturgegebene Ordnung von Räumen und Funktionen, von Verbindungen zwischen innen und außen sowie der phänomenologischen Anamnese bei Pathologien.

Die viszerale Faszientherapie ist eine moderne, evidenz-basierte Behandlungsmethode, die sich an der Anatomie, Physiologie und Morphologie der Faszien orientiert. Hierbei wird das Fasziengewebe als universell verbindende und organisierende Struktur verstanden, das für die Gesundheit aller Organe von entscheidender Bedeutung ist.
Die TCM ist ein Medizinsystem, dass sich an den Abläufen der Natur orientiert und den Menschen in seiner Gesamtheit betrachtet, als ein Teil universaler Kräfte.

Das Prinzip der verbinden Kräfte ist somit in beiden Sichtweisen als elementarer Bestandteil integriert. Somit ist es möglich, sowohl in TCM-basierten als auch auf Faszien-basierten Methoden damit zu arbeiten.

Alle Viszera (Organe) des menschlichen Körpers sind sehr eng mit dem Bindegewebe (den Faszien) vernetzt. Die Organe werden von Faszien getragen, ernährt, innerviert, gegen andere Organe abgegrenzt, beweglich gehalten, vor Infekten geschützt und untereinander verbunden. Diesem Netzwerk von Faszien liegt eine exakt definierte Ordnung und Struktur zugrunde, die den Organen Form und Halt gibt und sie gleichzeitig in den Körperhöhlen befestigt. Die Körperhöhlen ihrerseits werden von Strukturen des Bewegungsapparates gebildet, wodurch eine enge Verbindung zwischen den Organen und dem Bewegungsapparat entsteht.  Im Rahmen der Viszeralen Faszientherapie können diese Verbindungen als genau definierte Anheftungslinien beschrieben werden. Über diese Anheftungslinien sind die Organe an den Körperhüllen befestigt und über fasziale Spannungslinien an sogenannten Ankerpunkten im Bewegungsapparat stabilisiert. All diese Punkte und Linien bilden ein dreidimensionales Fasziennetzwerk, in dem die Viszera und die Bewegungssegmente über Spannungszüge verbunden sind und sich gegenseitig in einer Balance halten. Die viszeralen Funktionen und die Bewegungen der myofaszialen Strukturen sind voneinander abhängig und werden über die Faszien koordiniert. Störungen eines der beiden Systeme haben zwangsläufig Auswirkungen auf das andere.

Im Rahmen dieser strukturierten Beziehungen erkennen wir, dass das Netzwerk der viszeralen Faszien in vielen Bereichen dem Netzwerk der Meridiane und der Akupunkturpunkte entspricht. Funktionskreise der chinesischen Medizin spiegeln sich wider in funktionellen Faszienverbindungen und lassen auf wundersame Weise eine zugrunde liegende Ordnung erkennen. Viszerale Ankerpunkte entsprechen Alarm- und Mu-Punkten, vegetative Projektionszonen decken sich mit Shu-Punkten.

In der Faszientherapie ist die Phänomenologie der Symptome ein entscheidendes Kriterium für die Therapieauswahl – ein Konzept, das die chinesische Medizin in Perfektion anwendet. Somit stehen sich die beiden Medizinsysteme nicht gegenüber, sondern können sich gegenseitig ergänzen und unterstützen.

Wir werden in diesem Seminar die Ordnung der viszeralen Faszien betrachten, die Verbindungen zum Bewegungsapparat und die Beziehungen zum Vegetativum. Zahlreiche Palpationsübungen ermöglichen das räumliche Ertasten und Erfahren der faszialen Ordnung in der Tiefe der Organe und an der Körperoberfläche. Davon ausgehend werden die Beziehungen zur Chinesischen Medizin erläutert und die Verbindungen der beiden Systeme vorgestellt. Praktische Übungen ermöglichen die Anwendung in der eigenen Praxis.
 
  • Phänomenologie (Körpersprache) der inneren Organe
  • Mu- und Shu-Punkte im Kontext der Faszien
  • viszerale Faszienketten in Übereinstimmung mit Meridianen und Funktionskreisen
  • "form follows function" - Meridiane (Funktionskreise) als Grundlage der geordneten Körperstruktur
  • Das vegetative Nervensystem als Vermittler zwischen Organ, Körperoberfläche und Emption/Psyche
  • Repräsentanz des vegetativen Nervensystem in der Elementelehre
  • integrative Behandlungskonzepte, die fächerübergreifend an der energetischen Struktur und der faszialen Einheit ansetzen

Keine speziellen Voraussetzungen. Allerdings weisen wir darauf hin, dass sich dieses Seminar an Menschen richtet, die in ihrer therapeutischen Arbeit eine Verbindung östlicher und westlicher Behandlungskonzepte suchen. Praktische Erfahrung sowie Kenntnisse der menschlichen Anatomie und des Meridiansystems werden daher vorausgesetzt.

 

24 UE (à 50 min)

Teilnahmebestätigung

Normalpreis: € 490,--
Ermäßigter Preis: € 400,--

 

Schule für Shiatsu Hamburg
Oelkersallee 33
22769 Hamburg
>> zum Kurs in Hamburg

H20VFTCM 24.01.2020 bis 26.01.2020
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